Finden Sie in 30 Sekunden heraus, welche Franchise-Stufe Ihre Krankenkassenkosten um bis zu CHF 1'500 pro Jahr senkt. Unser Rechner analysiert alle 6 Stufen und zeigt Ihnen den exakten Breakeven-Punkt.
Drei von vier Schweizerinnen und Schweizern zahlen mehr für ihre Krankenkasse als nötig. Der Grund: Sie haben die falsche Franchise gewählt. Eine systematische Berechnung enthüllt Ihr persönliches Sparpotenzial – oft mehrere hundert Franken pro Jahr.
Eine höhere Franchise senkt Ihre Monatsbeiträge um CHF 50 bis CHF 130 – je nach Kasse und Kanton. Doch im Krankheitsfall tragen Sie mehr Kosten selbst. Die richtige Balance zu finden, ist der Schlüssel zur Optimierung. Unser Rechner stellt beide Seiten transparent gegenüber und zeigt den exakten Wendepunkt, ab dem sich eine tiefere Franchise rechnet. So vermeiden Sie böse Überraschungen bei unerwarteten Arztbesuchen.
Wie viel geben Sie jährlich für Arztbesuche, Medikamente und Therapien aus? Viele Versicherte schätzen ihre Kosten falsch ein – meist zu hoch. Der Franchise-Rechner berücksichtigt typische Kostenszenarien: von der gesunden Person mit jährlichem Check-up (ca. CHF 400) bis zur chronisch kranken Person mit regelmässiger Behandlung (CHF 5'000+). Durch die präzise Kalkulation erkennen Sie sofort, ob Ihre aktuelle Franchise noch passt.
Der häufigste Fehler: Nur die Franchise mit der Prämie vergleichen und den Selbstbehalt vergessen. Bei CHF 2'500 Franchise kommen nochmals bis zu CHF 700 Selbstbehalt hinzu – Ihre maximalen Eigenkosten betragen also CHF 3'200. Wer das nicht einrechnet, zahlt im Ernstfall mehr als erwartet. Unser Rechner zeigt stets die vollständigen Kosten: Prämie plus Franchise plus Selbstbehalt. So treffen Sie fundierte Entscheidungen basierend auf Zahlen, nicht Bauchgefühl.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) legt sechs Franchise-Stufen für Erwachsene in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) fest. Jede Stufe wirkt sich direkt auf Ihre Monatsbeiträge und Ihr finanzielles Risiko aus. Die folgende Tabelle zeigt alle relevanten Kennzahlen auf einen Blick.
| Franchise | Selbstbehalt max. | Max. Eigenkosten | Prämien-Effekt | Empfohlen für |
|---|---|---|---|---|
| CHF 300 | CHF 700 | CHF 1'000 | Höchste Prämie | Regelmässige Arztbesuche, chronisch Kranke, Familien mit Kindern |
| CHF 500 | CHF 700 | CHF 1'200 | ca. CHF 10–20 /Mt. weniger | Gelegentliche Arztbesuche, leichte Vorerkrankungen |
| CHF 1'000 | CHF 700 | CHF 1'700 | ca. CHF 30–50 /Mt. weniger | Seltene Arztbesuche, junge Erwachsene |
| CHF 1'500 | CHF 700 | CHF 2'200 | ca. CHF 55–80 /Mt. weniger | Gesunde Personen, sportlich Aktive |
| CHF 2'000 | CHF 700 | CHF 2'700 | ca. CHF 80–110 /Mt. weniger | Sehr selten krank, finanzielles Polster vorhanden |
| CHF 2'500 | CHF 700 | CHF 3'200 | ca. CHF 100–140 /Mt. weniger | Praktisch nie beim Arzt, hohe Risikobereitschaft |
Angenommen, Sie sparen mit der höchsten Franchise CHF 120 pro Monat gegenüber der tiefsten Franchise. Das ergibt eine Jahresersparnis von CHF 1'440 bei den Prämien. Bleiben Sie gesund (keine Arztkosten), sparen Sie tatsächlich CHF 1'440. Haben Sie aber Arztkosten von CHF 4'000, zahlen Sie mit der hohen Franchise CHF 3'200 selbst, während Sie mit CHF 300 Franchise nur CHF 1'000 aus eigener Tasche bezahlen. Die Differenz: CHF 2'200 Mehrkosten bei der hohen Franchise, abzüglich CHF 1'440 Prämienersparnis = CHF 760 Nachteil. Fazit: Ab ca. CHF 1'800 Arztkosten pro Jahr kippt die Rechnung zugunsten der tiefen Franchise.
Mit der richtigen Strategie lassen sich bei der Krankenkassen-Franchise erhebliche Beträge einsparen. Diese fünf Methoden basieren auf konkreten Berechnungen und sind sofort umsetzbar.
Sammeln Sie alle Abrechnungen und Leistungsauszüge Ihrer Krankenkasse. Berechnen Sie den Durchschnitt Ihrer jährlichen Gesundheitskosten über drei Jahre. Dieser Wert ist der zuverlässigste Indikator für Ihre optimale Franchise. War Ihr Durchschnitt unter CHF 1'200, profitieren Sie wahrscheinlich von der höchsten Franchise. Lag er über CHF 2'500, ist die Mindestfranchise von CHF 300 günstiger. Vergessen Sie nicht, geplante Eingriffe oder veränderte Gesundheitssituationen einzubeziehen – etwa eine Schwangerschaft, eine Operation oder den Beginn einer Langzeittherapie.
Wählen Sie die höchste Franchise und legen Sie die monatliche Prämienersparnis (z.B. CHF 120) auf ein separates Konto. Nach einem gesunden Jahr haben Sie CHF 1'440 angespart – genug, um im nächsten Jahr selbst bei höheren Arztkosten die Franchise problemlos zu bezahlen. Nach drei gesunden Jahren beträgt Ihr Polster CHF 4'320. Selbst ein teures Behandlungsjahr mit CHF 3'200 Eigenkosten lässt noch CHF 1'120 auf dem Konto. Diese Strategie funktioniert besonders gut für gesunde Erwachsene unter 40.
Die Wahl des richtigen Versicherungsmodells potenziert Ihre Ersparnis. Ein HMO-Modell reduziert die Prämie um zusätzlich 15 bis 25 Prozent. Kombiniert mit der höchsten Franchise kann die Gesamtersparnis gegenüber Standardmodell mit CHF 300 Franchise über CHF 2'400 jährlich betragen. Telmed-Modelle (telefonische Erstberatung) sparen typischerweise 10 bis 15 Prozent. Das Hausarztmodell bringt 8 bis 15 Prozent. Nutzen Sie unseren Modellvergleich, um die optimale Kombination zu finden.
Die Franchise kann nur per 1. Januar geändert werden. Die Kündigungsfrist läuft bis 30. November. Nutzen Sie den Oktober, um Ihre Gesundheitskosten des laufenden Jahres zu prüfen. Hatten Sie bis Oktober kaum Arztkosten, behalten Sie die hohe Franchise. Waren die Kosten höher als erwartet, senken Sie rechtzeitig. Achten Sie darauf, dass die Kündigung schriftlich und fristgerecht bei der Kasse eingeht – am besten per Einschreiben bis spätestens 25. November.
In Familien lohnt sich eine differenzierte Franchise-Wahl. Das Elternteil, das öfter zum Arzt geht, erhält die tiefste Franchise (CHF 300). Das gesunde Elternteil wählt die höchste Franchise (CHF 2'500). Für Kinder empfiehlt sich oft die Nullfranchise (CHF 0), da Kinderarztbesuche häufig sind – Impfungen, Vorsorge, kleinere Erkrankungen summieren sich schnell auf CHF 500 bis CHF 1'200 pro Jahr. Berechnen Sie die Kinder-Franchise separat.
Der Breakeven-Punkt ist der entscheidende Faktor bei der Franchise-Wahl. Er zeigt exakt, ab welchen jährlichen Gesundheitskosten eine tiefere Franchise günstiger wird als eine höhere – und umgekehrt.
Die Grundformel ist einfach: Gesamtkosten = Jahresprämie + Franchise + Selbstbehalt. Für jede der sechs Franchise-Stufen berechnen Sie die Gesamtkosten bei verschiedenen Szenarien der Gesundheitskosten. Der Punkt, an dem zwei Stufen gleich teuer sind, ist der Breakeven.
Angenommen, die monatliche Prämie beträgt CHF 380 bei CHF 300 Franchise und CHF 260 bei CHF 2'500 Franchise. Die jährliche Prämiendifferenz: CHF 1'440.
Dieses Muster wiederholt sich über alle Altersgruppen und Kantone. Der Breakeven liegt typischerweise zwischen CHF 1'500 und CHF 2'500 jährlicher Arztkosten. Unser Franchise-Rechner ermittelt Ihren individuellen Breakeven-Punkt basierend auf Ihrem Kanton, Alter und Versicherungsmodell.
Für Gesundheitskosten (G) berechnen sich die jährlichen Gesamtkosten wie folgt: Liegen die Gesundheitskosten unter der Franchise (F), zahlen Sie G komplett selbst. Liegen sie darüber, zahlen Sie F plus 10% von (G - F), maximal jedoch CHF 700 Selbstbehalt. Dazu kommt die Jahresprämie (P). Die Formel: Gesamtkosten = P + min(G, F) + min(0.1 × max(0, G - F), 700). Mit dieser Formel können Sie für jede Franchise-Stufe und jedes Kostensenario die exakten Gesamtkosten ermitteln.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gelten in der Schweizer Grundversicherung andere Regeln. Die Franchise-Stufen sind tiefer, der maximale Selbstbehalt beträgt nur CHF 350 statt CHF 700, und die Prämien sind ohnehin deutlich günstiger.
Kinder können aus sieben Franchise-Stufen wählen: CHF 0, CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 und CHF 600. Die Nullfranchise bedeutet, dass die Krankenkasse ab dem ersten Franken alle Kosten übernimmt (abzüglich Selbstbehalt). Die höchste Kinder-Franchise von CHF 600 führt zu spürbar tieferen Prämien.
Kleinkinder (0–5 Jahre) besuchen durchschnittlich 6 bis 10 Mal pro Jahr den Kinderarzt – Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und kleinere Erkrankungen summieren sich auf CHF 800 bis CHF 1'500. Hier lohnt sich fast immer die Nullfranchise (CHF 0). Schulkinder (6–12 Jahre) gehen seltener zum Arzt (3 bis 5 Besuche, ca. CHF 400–CHF 800), sodass eine mittlere Franchise von CHF 200 bis CHF 300 in Frage kommt. Jugendliche (13–17 Jahre) mit wenig Arztbesuchen profitieren eventuell von CHF 400 bis CHF 600.
Wichtig für Familien: Ab dem dritten Kind entfällt bei vielen Kassen die Franchise komplett. Zudem gilt für Kinder ein reduzierter Selbstbehalt von maximal CHF 350 pro Jahr. Die maximalen Eigenkosten für ein Kind betragen daher CHF 600 + CHF 350 = CHF 950 mit der höchsten Franchise, gegenüber CHF 0 + CHF 350 = CHF 350 mit der Nullfranchise.
Kinder-Franchise berechnen
Die Franchise-Optimierung endet nicht bei der Wahl der richtigen Stufe. Das Versicherungsmodell beeinflusst Ihre Prämie zusätzlich um 8 bis 25 Prozent. Die Kombination aus optimaler Franchise und passendem Modell maximiert Ihre Ersparnis. Alle drei Modelle sind in der OKP (obligatorische Krankenpflegeversicherung) verfügbar und bieten die gleichen gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen gemäss KVG.
Im HMO-Modell (Health Maintenance Organization) besuchen Sie für alle medizinischen Anliegen zuerst ein bestimmtes Gesundheitszentrum oder eine Gruppenpraxis. Die Ärzte dort koordinieren Ihre gesamte Behandlung, überweisen bei Bedarf an Spezialisten und überwachen die Kosten.
Rechenbeispiel: Bei einer Standardprämie von CHF 400/Mt. sparen Sie mit HMO ca. CHF 80–100/Mt. = CHF 960–1'200 pro Jahr. Kombiniert mit der höchsten Franchise (CHF 2'500) erreichen Sie die maximal mögliche Prämienreduktion.
Mehr zum HMO-ModellBeim Telmed-Modell (Telemedizin) rufen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst eine medizinische Hotline an. Qualifizierte Ärztinnen und Ärzte beraten Sie telefonisch und entscheiden, ob ein Arztbesuch nötig ist. Viele Anliegen lassen sich direkt am Telefon klären.
Rechenbeispiel: Bei CHF 400/Mt. Standardprämie sparen Sie ca. CHF 40–60/Mt. = CHF 480–720 pro Jahr. Das Telmed-Modell bietet mehr Flexibilität als HMO bei guter Ersparnis. Besonders vorteilhaft für Personen, die selten zum Arzt gehen und im Zweifel erst telefonisch klären wollen.
Mehr zum Telmed-ModellIm Hausarztmodell wählen Sie einen festen Hausarzt oder eine Hausärztin als erste Anlaufstelle. Diese Person kennt Ihre Krankengeschichte, koordiniert Facharztbesuche und sorgt für eine kontinuierliche Betreuung. Im Notfall können Sie selbstverständlich direkt ins Spital.
Rechenbeispiel: Bei CHF 400/Mt. Standardprämie sparen Sie ca. CHF 32–60/Mt. = CHF 384–720 pro Jahr. Das Hausarztmodell eignet sich besonders für Familien und ältere Personen, die einen festen Ansprechpartner schätzen. Die Einschränkung ist gering: die meisten Patienten gehen ohnehin zuerst zum Hausarzt.
Mehr zum Hausarzt-ModellWer sich für die Franchise CHF 2'500 entscheidet, geht in der Regel selten zum Arzt. Das Telmed-Modell ist hier oft die beste Ergänzung: Die telefonische Erstberatung genügt für die meisten Anliegen, und die Prämienersparnis addiert sich zur Franchise-Ersparnis. Umgekehrt profitieren Versicherte mit tiefer Franchise (CHF 300) und regelmässigen Arztbesuchen oft am meisten vom Hausarztmodell, da die persönliche Betreuung den häufigen Arztkontakt effizienter gestaltet.
Die wichtigsten Fragen rund um die Krankenkassen-Franchise in der Schweiz – verständlich beantwortet mit konkreten Zahlen und Beispielen.
In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) gibt es sechs Franchise-Stufen für Erwachsene: CHF 300, CHF 500, CHF 1'000, CHF 1'500, CHF 2'000 und CHF 2'500. Die Mindestfranchise von CHF 300 ist die tiefste mögliche Stufe und führt zu den höchsten Monatsbeiträgen. Die höchste Franchise von CHF 2'500 ermöglicht die grösste Prämienreduktion.
Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gelten sieben tiefere Stufen: CHF 0, CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 und CHF 600. Zudem ist der maximale Selbstbehalt für Kinder auf CHF 350 begrenzt (statt CHF 700 für Erwachsene). Alle diese Stufen sind gesetzlich durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt und gelten schweizweit einheitlich bei allen Krankenkassen.
Die optimale Franchise hängt von Ihren jährlichen Gesundheitskosten ab. Der Schlüssel ist die Breakeven-Berechnung: Addieren Sie für jede Franchise-Stufe die Jahresprämie, die Franchise und den maximalen Selbstbehalt. Die Stufe mit den tiefsten Gesamtkosten bei Ihrem typischen Kostenvolumen ist die optimale Wahl.
Als Faustregel: Bei weniger als CHF 1'800 Arztkosten pro Jahr lohnt sich meist die höchste Franchise von CHF 2'500, da die Prämienersparnis die höheren Eigenkosten überwiegt. Bei Arztkosten über CHF 3'000 ist die Mindestfranchise von CHF 300 fast immer günstiger. Im Bereich dazwischen kommt es auf die genauen Prämiendifferenzen in Ihrem Kanton an – nutzen Sie unseren Rechner für eine exakte Berechnung.
Sie können Ihre Franchise jeweils per 1. Januar ändern. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel bis zum 30. November des Vorjahres. Konkret müssen Sie Ihrer Krankenkasse bis spätestens Ende November schriftlich mitteilen, dass Sie Ihre Franchise per Jahresbeginn ändern möchten.
Wichtig: Eine Erhöhung der Franchise (z.B. von CHF 300 auf CHF 2'500) ist in der Regel einfacher und wird von den meisten Kassen ohne Weiteres akzeptiert. Eine Senkung der Franchise muss ebenfalls fristgerecht beantragt werden. Wer die Frist verpasst, behält die aktuelle Franchise für ein weiteres Jahr. Tipp: Stellen Sie sich eine Erinnerung für den Oktober, um genügend Zeit für die Analyse und den Wechsel zu haben.
Die Franchise ist der jährliche Festbetrag (CHF 300 bis CHF 2'500 für Erwachsene), den Sie aus eigener Tasche bezahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Bis zum Erreichen der Franchise tragen Sie sämtliche Arzt-, Spital- und Medikamentenkosten komplett selbst.
Der Selbstbehalt greift erst nach Erreichen der Franchise. Er beträgt 10 Prozent der weiteren Kosten, ist aber auf maximal CHF 700 pro Jahr gedeckelt (CHF 350 für Kinder). Beispiel: Mit CHF 1'000 Franchise und CHF 5'000 Gesamtkosten zahlen Sie CHF 1'000 Franchise plus 10% von CHF 4'000 = CHF 400 Selbstbehalt, total CHF 1'400 aus eigener Tasche. Die restlichen CHF 3'600 übernimmt die Kasse.
Zusammen bilden Franchise und maximaler Selbstbehalt Ihre maximalen Eigenkosten pro Jahr: zwischen CHF 1'000 (tiefste Franchise) und CHF 3'200 (höchste Franchise). Diesen Betrag sollten Sie als finanzielle Reserve einplanen.
Bei chronischen Erkrankungen mit regelmässigen Arztbesuchen und Medikamenten lohnt sich in den allermeisten Fällen die tiefste Franchise von CHF 300. Der Grund: Ihre jährlichen Gesundheitskosten liegen zuverlässig über dem Breakeven-Punkt, sodass die höheren Eigenkosten einer hohen Franchise die Prämienersparnis bei Weitem übersteigen.
Ein Beispiel: Eine Person mit Diabetes hat jährliche Gesundheitskosten von ca. CHF 6'000 (Arztbesuche, Medikamente, Blutzuckermessung). Mit CHF 300 Franchise betragen die Eigenkosten CHF 1'000 (CHF 300 Franchise + CHF 700 Selbstbehalt). Mit CHF 2'500 Franchise betragen sie CHF 3'200 (CHF 2'500 + CHF 700). Die Differenz von CHF 2'200 ist höher als die typische Prämienersparnis von CHF 1'200 bis CHF 1'500. Ergebnis: Die hohe Franchise kostet jährlich CHF 700 bis CHF 1'000 mehr.
Ausnahme: Wenn Ihre Krankenkasse für die hohe Franchise eine besonders grosse Prämienreduktion gewährt (was selten vorkommt), könnte sich eine mittlere Franchise wie CHF 1'000 oder CHF 1'500 lohnen. Prüfen Sie dies mit dem Franchise-Rechner individuell.
Verstehen Sie die Zusammenhänge im Schweizer Krankenversicherungssystem, um langfristig die richtige Entscheidung zu treffen. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den wichtigsten Aspekten der Franchise-Berechnung.
Die Schweiz ist in drei Prämienregionen unterteilt: städtisch, halbstädtisch und ländlich. Die Prämiendifferenz zwischen den Franchise-Stufen variiert je nach Region erheblich. In Zürich (Region 1) beträgt der Unterschied zwischen CHF 300 und CHF 2'500 Franchise oft CHF 130 bis CHF 150 pro Monat, während er in ländlichen Regionen bei CHF 80 bis CHF 100 liegt. Das bedeutet: In städtischen Gebieten ist das Sparpotenzial einer hohen Franchise grösser, aber auch das finanzielle Risiko bei Krankheit.
Kantonale Unterschiede sind enorm. Während die Prämien im Kanton Appenzell Innerrhoden schweizweit am tiefsten sind, zahlen Versicherte in Basel-Stadt oder Genf bis zu 50% mehr. Die Franchise-Wahl sollte daher immer im kantonalen Kontext betrachtet werden. Unser Rechner berücksichtigt alle 26 Kantone und ihre Prämienregionen.
Wenn Sie angestellt sind, sind Sie über Ihren Arbeitgeber gegen Unfälle versichert (UVG). Sie können den Unfalleinschluss bei der Krankenkasse ausschliessen und sparen dadurch zusätzlich rund 7% der Prämie. Wichtig: Die Franchise gilt nur für Krankheitskosten, nicht für Unfälle. Das heisst, auch mit der höchsten Franchise von CHF 2'500 bezahlen Sie bei einem Unfall nichts aus eigener Tasche, sofern der Unfalleinschluss über den Arbeitgeber läuft.
Für Selbständige und Nicht-Erwerbstätige gilt: Der Unfalleinschluss ist obligatorisch und muss in der Krankenkasse enthalten sein. In diesem Fall ist die Franchise auch bei Unfällen relevant. Berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Franchise-Berechnung – besonders wenn Sie einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sind (z.B. durch sportliche Aktivitäten).
Versicherte mit tiefen Einkommen haben Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Höhe und die Berechtigung werden kantonal geregelt. Wichtig zu wissen: Die Prämienverbilligung wird auf die tatsächliche Prämie angerechnet. Wenn Sie eine hohe Franchise wählen und dadurch tiefere Prämien zahlen, reduziert sich möglicherweise auch Ihre Prämienverbilligung.
In vielen Kantonen wird die IPV auf Basis der Standardprämie (CHF 300 Franchise, Standardmodell) berechnet. Wenn Sie ein günstigeres Modell wählen, profitieren Sie doppelt: von der tieferen Prämie und von der gleichbleibenden Verbilligung. Prüfen Sie bei Ihrer Gemeinde oder Ihrem Kanton die genauen Regeln, bevor Sie Ihre Franchise anpassen. Die Kombination aus hoher Franchise, alternativem Versicherungsmodell und IPV kann zu besonders tiefen Nettokosten führen.
Die richtige Franchise zu finden, erfordert eine systematische Vorgehensweise. Beginnen Sie mit der Erfassung Ihrer Gesundheitskosten der letzten zwei bis drei Jahre. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur Arztbesuche, sondern auch Medikamente, Labortests, Physiotherapie und allfällige Spitalaufenthalte. Berechnen Sie den Jahresdurchschnitt und addieren Sie einen Puffer von 20% für unvorhergesehene Kosten.
Im zweiten Schritt vergleichen Sie die Prämien aller sechs Franchise-Stufen bei Ihrer Kasse. Notieren Sie die monatliche Differenz zur Mindestfranchise (CHF 300). Multiplizieren Sie diese Differenz mit 12 für die Jahresersparnis. Im dritten Schritt stellen Sie die Jahresersparnis den maximalen Eigenkosten gegenüber: Franchise plus CHF 700 Selbstbehalt. Die Franchise, bei der die Prämienersparnis Ihre erwarteten Mehrkosten übersteigt, ist Ihre optimale Wahl.
Vergessen Sie nicht den vierten Schritt: Überprüfen Sie, ob ein alternatives Versicherungsmodell (HMO, Telmed, Hausarzt) zusätzliches Sparpotenzial bietet. Und schliesslich: Stellen Sie sicher, dass Sie die Franchise-Differenz als Reserve auf einem Sparkonto haben, falls unerwartete Kosten anfallen. Wer diese fünf Schritte systematisch durchgeht, findet garantiert die optimale Franchise-Stufe.
Der gravierendste Fehler ist die isolierte Betrachtung der Franchise ohne Berücksichtigung des Selbstbehalts. Viele Versicherte glauben, dass ihre maximalen Eigenkosten bei der höchsten Franchise CHF 2'500 betragen – tatsächlich sind es CHF 3'200, weil der Selbstbehalt von CHF 700 hinzukommt. Ein weiterer verbreiteter Irrtum betrifft die Annahme, die Franchise gelte pro Arztbesuch. In Wahrheit ist sie ein Jahresbetrag: Sobald Ihre kumulierten Gesundheitskosten im Kalenderjahr die Franchise überschritten haben, greift die Versicherung (abzüglich Selbstbehalt) für den Rest des Jahres.
Ebenfalls häufig: Die Franchise wird aus Bequemlichkeit jahrelang nicht überprüft. Dabei verändern sich sowohl die Gesundheitssituation als auch die Prämien jährlich. Was vor fünf Jahren die optimale Franchise war, kann heute hunderte Franken pro Jahr kosten. Prüfen Sie Ihre Franchise jährlich im Oktober, wenn die neuen Prämien veröffentlicht werden. So haben Sie genug Zeit für einen Wechsel bis zur Frist am 30. November.
Ein dritter häufiger Fehler betrifft Paare und Familien: Die Franchise wird für alle Familienmitglieder gleich gewählt, obwohl die Gesundheitskosten oft stark variieren. Optimieren Sie die Franchise für jede Person individuell – das Sparpotenzial kann für eine viersköpfige Familie leicht CHF 2'000 oder mehr pro Jahr betragen.
Das Schweizer Krankenversicherungssystem basiert auf dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), das seit 1996 in Kraft ist. Die Grundversicherung (OKP) ist für alle in der Schweiz wohnhaften Personen obligatorisch. Die Franchise ist eines der zentralen Steuerungsinstrumente: Sie soll einerseits die Eigenverantwortung der Versicherten fördern und andererseits die Gesundheitskosten dämpfen, indem unnötige Arztbesuche vermieden werden.
Die Franchise-Stufen werden vom Bundesrat festgelegt und sind bei allen Krankenkassen identisch. Was sich unterscheidet, sind die Prämien und damit die finanziellen Auswirkungen der Franchise-Wahl. Der Bundesrat passt die Franchise-Stufen periodisch an – zuletzt wurden sie 2004 auf die aktuellen Werte erhöht. Eine weitere Anpassung wird seit Jahren diskutiert, ist aber bisher nicht beschlossen worden.
Interessant zu wissen: Rund 54% der Erwachsenen in der Schweiz haben die Mindestfranchise von CHF 300 gewählt, obwohl dies laut Berechnungen des BAG nicht für alle optimal ist. Etwa 28% haben die höchste Franchise von CHF 2'500, und die restlichen 18% verteilen sich auf die mittleren Stufen. Diese Verteilung zeigt, dass viele Versicherte entweder risikoavers sind (tiefe Franchise) oder bewusst auf Sparsamkeit setzen (hohe Franchise), während die differenzierten Mittelstufen oft übersehen werden – obwohl sie für viele die optimale Lösung wären.
Der Selbstbehalt von 10% auf Kosten über der Franchise ist ein oft unterschätzter Kostenfaktor. Bei der höchsten Franchise (CHF 2'500) erreichen Sie den maximalen Selbstbehalt von CHF 700 bei Gesundheitskosten von CHF 9'500. Das bedeutet: Bei Kosten zwischen CHF 2'500 und CHF 9'500 zahlen Sie nicht nur die Franchise, sondern zusätzlich 10% jedes weiteren Frankens. Erst ab CHF 9'500 Gesamtkosten sind Ihre Eigenkosten auf CHF 3'200 gedeckelt.
Bei Medikamenten gilt zudem ein erhöhter Selbstbehalt von 20% statt 10%, wenn Sie ein teureres Originalpreparat wählen, obwohl ein günstigeres Generikum verfügbar wäre. Dieser zusätzliche Selbstbehalt wird nicht an die CHF-700-Obergrenze angerechnet. Wer konsequent Generika wählt, kann daher zusätzlich sparen. Unser Franchise-Rechner weist auf diese Möglichkeit hin und berücksichtigt sie in der Kalkulation.
Die Franchise gilt immer pro Kalenderjahr und wird am 1. Januar zurückgesetzt. Das hat strategische Implikationen: Wenn Sie gegen Ende des Jahres bereits die Franchise erreicht haben, lohnt es sich, geplante (nicht dringende) Behandlungen noch im laufenden Jahr durchzuführen, da die Kasse die Kosten übernimmt. Im neuen Jahr beginnt die Zählung von vorn. Umgekehrt: Wenn Sie Mitte November noch weit unter Ihrer Franchise liegen und eine nicht dringende Behandlung planen, könnte es sich lohnen, diese ins nächste Jahr zu verschieben – besonders wenn Sie für das nächste Jahr die Franchise senken.